GrabRadio
Empfehlung · 4. November 2026

Werner Reinke: Die letzten Samstage auf hr1

Werner Reinke verabschiedet sich am 21. November von hr1. Vorher bleiben drei Samstagvormittage mit einer Musikauswahl, die auch nach Jahrzehnten am Mikrofon neugierig geblieben ist.

Mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben

Am Anfang stehen ein weißes Blatt Papier, ein senkrechter Strich und zwei waagerechte. So hat Werner Reinke in einem Interview mit hr1 beschrieben, wie Musikredakteurin Lidia Antonini seine Samstagssendung vorbereitet: sechs Felder für sechs halbe Stunden Radio. Darin sammelt sie Songs, Interviewtöne und Moderationstexte. Reinke arbeitet den Plan anschließend für sich durch. Was am Mikrofon beiläufig klingen soll, hat also lange vorher begonnen. Wer Reinke am Samstag hört, hört auch Antoninis Arbeit – selbst wenn ihre Stimme nicht die ist, die durch den Vormittag führt.

Neue Musik neben alten Lieben

Das Konzept der beiden kommt ohne die Behauptung aus, früher sei musikalisch alles besser gewesen. Reinke erklärt im Interview, sie wollten gerade auch zeigen, was jede Woche an guter neuer Musik entsteht. Umgekehrt soll die Entdeckungsreise nicht beim Jahrzehnt der eigenen Jugend enden. Eine ältere Aufnahme und eine Neuerscheinung dürfen nebeneinanderstehen. Das passt zu einer Sendung, in der Musik nicht bloß den Abstand zwischen zwei Wortbeiträgen füllt. Auswahl und Hintergrund gehören zusammen; auch ein vertrauter Song kann durch die Geschichte dahinter wieder interessant werden.

Zu Reinkes Gästen gehörten Tom Jones, Cliff Richard und Peter Maffay. Wie er solche Gespräche angeht, beschreibt er erstaunlich unaufgeregt: vorher lesen, was über den Gast verfügbar ist, dann ohne fertigen Fragenkatalog in die Livesendung gehen. Er wolle auf eine Antwort eingehen können, statt im Kopf bereits die nächste Frage vorzubereiten. Häufig überlasse er den Gästen zudem die Musikauswahl. Die mitgebrachten Stücke liefern Gesprächsstoff und erzählen etwas über die Menschen, die sie ausgesucht haben. Ein bestimmter Gast für die kommende Ausgabe ist damit allerdings nicht angekündigt.

Von der Hitparade zum Samstagvormittag

Beim Hessischen Rundfunk reicht Reinkes Laufbahn bis 1971 zurück. Viele kennen ihn noch aus der Hitparade International oder der Mittags-Discotheke auf hr3. Nach seiner ersten Zeit beim Sender, die 1989 endete, kehrte er 2002 zurück und war bis 2008 auch dessen hr3-Station-Voice. Reinke am Samstag moderiert er seit 2009 auf hr1. 2012 erhielt er den Deutschen Radiopreis als bester Moderator. Hinter der vertrauten Stimme stehen damit sehr unterschiedliche Aufgaben: Musik präsentieren, Gespräche führen und einem Radioprogramm über Jahre einen wiedererkennbaren Klang geben.

Nun endet diese Zusammenarbeit. Der hr hat den Abschied am 29. Oktober bekannt gegeben; mit Reinke hört auch Antoninis langjährige Arbeit an der Sendung im hr auf. Aus den noch verbleibenden Ausgaben wird dadurch eine kleine Schlussserie eines Formats, das seit 17 Jahren zum Samstagvormittag gehört. Für einen erneuten Hörtermin spricht vor allem dessen musikalische Neugier: nicht nur die bekannten Titel mitnehmen, sondern auch hören, was Reinke und Antonini dazwischen ausgewählt haben. Gerade dafür lohnt es sich, die drei Stunden nicht auf einzelne Ausschnitte zu verkürzen.

Die nächste Ausgabe läuft am Samstag, 7. November, von 9 bis 12 Uhr auf hr1. Danach bleiben der 14. November und die letzte Sendung am 21. November, ebenfalls jeweils von 9 bis 12 Uhr. Mit GrabRadio lässt sich die Sendung automatisch aufnehmen und später hören.

Quellen

  • Musik
  • Moderation
  • Abschied

Mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben. Bitte prüfe Sendezeiten im Programm des Senders.